{"id":22985,"date":"2020-04-14T14:03:36","date_gmt":"2020-04-14T12:03:36","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.1.10:88\/?page_id=22985"},"modified":"2020-04-14T14:03:36","modified_gmt":"2020-04-14T12:03:36","slug":"geschichte-des-1-ssc","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rutti.at\/web\/verein\/geschichte-des-1-ssc\/","title":{"rendered":"Geschichte des 1.SSC"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_pb_section_0 et_pb_section et_section_regular et_block_section\">\n<div class=\"et_pb_row_0 et_pb_row et_block_row\">\n<div class=\"et_pb_column_0 et_pb_column et_pb_column_4_4 et-last-child et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\">\n<div class=\"et_pb_text_0 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_block_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p style=\"text-align: justify;\"><!-- divi:paragraph -->Der 1. Simmeringer SC wurde 1901 von 20 jungen Burschen, die wie hunderte andere auf der Simmeringer Heide einem 'Fetzenlaberl' nachjagten, gegr\u00fcndet. Der Cafetier Syrowatka stellte sich den meist Minderj\u00e4hrigen als Obmann zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:paragraph --><!-- divi:heading {\"level\":3} --><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Anf\u00e4nge<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:heading --><!-- divi:paragraph -->Anfangs spielte man gegen 'Venecia' und 'W\u00e4hring', gegen den 'Verein jugendlicher Arbeiter' und sogar gegen die 'Cricketer', doch bald folgten auch Reisen nach Ungarn oder B\u00f6hmen. Erst nach einigen Jahren traute man sich, gegen st\u00e4rkere Gegner anzutreten - und Erfolge blieben nicht aus. Im Jahr 1907 er\u00f6ffneten die Simmeringer einen eingeplankten Sportplatz in der Rinnb\u00f6ckstra\u00dfe und konnten nun bei ihren Spielen auch Eintritt verlangen. Im Herbst 1910 wurde den Schwarz-Roten schlie\u00dflich die Erstklassigkeit zuerkannt. Im Herbst 1911 begann die erste \"Meisterschaft von Nieder\u00f6sterreich\". Rapid wurde Meister, doch gegen Simmering, das im Herbst 5:2 und im Fr\u00fchjahr in H\u00fctteldorf mit 4:3 gewann, konnten sie nicht gewinnen. Im ersten Meisterschaftsbewerb werden die Simmeringer F\u00fcnfter und auch in den Folgejahren belegen sie Mittelfeldpl\u00e4tze vor allem aber bleiben sie eines: der Angstgegner Rapids. Im letzten Meisterschaftsspiel der Saison 1913\/14 h\u00e4tte Rapid ein Remis zum Meistertitel gen\u00fcgt, doch eine 1:2-Niederlage gegen Simmering verhilft dem WAF zum einzigen Titelgewinn, der sich mit einer goldenen Uhr f\u00fcr jeden Simmeringer revanchiert. Die Jahre des ersten Weltkriegs sind keine gute Zeit f\u00fcr Simmering: W\u00e4hrend andere Vereine ihre Beziehungen spielen lassen, wissen die Simmeringer oft nicht, wo sie elf gesunde Leute finden sollen. Nur die Sistierung des Abstiegs verhindert, da\u00df sie in die zweite Liga abrutschen. Nach dem Krieg dauerte es mehrere Jahre, bis eine neue Mannschaft geformt werden konnte, doch die Simmeringer Heide erwies sich als enormes Talentereservoir. Eines blieb Simmering allerdings auch jenen Jahren, n\u00e4mlich der sch\u00e4rftste Gegner Rapids. Nach einem 5:4-Sieg im Herbst 1924 schrieb das 'Tagblatt': \"Die Simmeringer haben sich nun einmal daran gew\u00f6hnt, Rapid zu schlagen\".<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:paragraph --><!-- divi:heading {\"level\":3} --><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die 'Goldenen Zwanziger' Simmerings<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:heading --><!-- divi:paragraph -->Als um 1920 der Fu\u00dfball in Wien zum Massensport wurde und die Sportpl\u00e4tze bald zu klein waren, wagten sich die Simmeringer an den Bau eines neuen gro\u00dfen Stadions f\u00fcr etwa 50.000 Besucher. Sie bauten auf die Verbandszusage, in Zukunft alle L\u00e4nderspiele in Simmering auszutragen. Im Mai 1920 wurde das Stadion in der Leberstra\u00dfe mit einem 1:0-Sieg gegen die Amateure er\u00f6ffnet, im September gab es einen 3:2-Sieg im L\u00e4ndermatch gegen Deutschland, wobei der Simmeringer Ferdl Swatosch alle drei Tore erzielte. Doch dann wurde die Hohe Warte fertiggestellt, die doppelt so viele Zuschauer fa\u00dfte, verkehrsg\u00fcnstiger gelegen war und eine gedeckte Trib\u00fcne besa\u00df. Der Simmeringer Platz war also f\u00fcr L\u00e4nderspiele zu klein, f\u00fcr die Meisterschaft zu gro\u00df und seine Erhaltung \u00fcberstieg das Vereinsbudget bei weitem. Zu Beginn der zwanziger Jahre befand sich Simmering stets im unteren Tabellendrittel, doch die Talentesucher des Vereins fanden auf der Simmeringer Heide etliche talentierte Spieler, die technisch wie konditionell bereits bestens vorbereitet waren. So gelang es binnen weniger Jahre, aus Simmering ein Spitzenteam zu formen. Am Ende jeder Saison wurden einige gute Spieler verkauft und durch junge Kr\u00e4fte ersetzt, so kam man finanziell vorerst \u00fcber die Runden. Mit Einsatz und Kampfgeist machten die Simmeringer die technische \u00dcberlegenheit der meisten anderen Vereine wett. Und wenn die Zeitungen das Kurzpa\u00dfspiel der Amateure oder der Hakoah lobten, mu\u00dften sie oft zugeben, da\u00df sich das kraftvolle Spiel mit den weiten Passes, das Schie\u00dfen aus jeder Lage und das K\u00e4mpfen um jeden Ball doch oft durchsetzte. Als 1924 der Professionalismus eingef\u00fchrt wurde, konnten die Gro\u00dfklubs nun legal ihre teuren Stars kaufen und bezahlen. 70 Millionen Kronen betrug das Monatsbudget der Austria, w\u00e4hrend Simmering nur ein Viertel dieser Summe zur Verf\u00fcgung hatte. 10 Millionen verdienten ein Bela Guttmann oder 'Spezi' Schaffer, w\u00e4hrend die Simmeringer Stars wie Horvath oder Aigner etwa eine Million bekamen. Dennoch waren es die Simmeringer, die speziell in der Saison 1925\/26 f\u00fcr Furore sorgten: Mit dem dritten Tabellenplatz erreichte man die beste Placierung der Vereinsgeschichte. Die St\u00fcrmerreihe Viertel - Danis - Zillbauer - Horvath - Sesta erzielte 53 Tore. Gef\u00fcrchtet waren allerdings auch die Verteidiger Ehrlich, Szoldatics oder Kurz, die den gegnerischen St\u00fcrmern oft die Schneid abkauften. Ein Vorstadtklub wie Simmering hatte keine potenten Geldgeber, daher nutzte man jede Gelegenheit, um durch Auslandsreisen die Kassa aufzuf\u00fcllen: In der Sommer- und Winterpause, aber auch zu Ostern, Pfingsten und an jedem spielfreien Wochenende waren die Simmeringer unterwegs. Nach Schweden und Lettland, nach Frankreich und Polen f\u00fchrten die Tourneen der Simmeringer. Die Einahmen reichten mit M\u00fche zu einer ausgeglichenen Bilanz, doch kehrte man meist mit etlichen Siegen im Reisegep\u00e4ck nach Hause. Und die Simmeringer Spieler waren nicht nur daheim, sondern auch im Ausland bald ber\u00fchmter als manche \u00f6sterreichische Politiker oder Schauspieler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:paragraph --><!-- divi:heading {\"level\":3} --><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Krisenjahre<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:heading --><!-- divi:paragraph -->Der Erste Simmeringer Sportklub z\u00e4hlte Mitte der zwanziger Jahre zu den besten \u00f6sterreichischen Fu\u00dfballklubs, trotzdem sorgte die finanzielle Situation f\u00fcr gro\u00dfe Probleme. Man war mit der Bezahlung der Steuer ebenso im R\u00fcckstand wie mit den Spielergeh\u00e4ltern, dazu kamen noch die Kosten f\u00fcr die Erhaltung des viel zu gro\u00dfen Sportplatzes: Im Fr\u00fchjahr 1927 verlautbarten die Medien, da\u00df Simmering - wie etliche andere Vorstadtvereine auch - die Kosten des Profibetriebes nicht mehr aufbringen konnte. Doch die Spieler verzichteten auf einen Gutteil ihrer Pr\u00e4mien und der Vorstand half gratis bei der Sanierung des Platzes mit, soda\u00df am Ende der Saison 1926\/27 der sechste Rang erreicht werden konnte. Die Aufl\u00f6sung des Vereins konnte im letzten Moment abgewendet werden, die Schulden wurden durch den Verkauf Hansi Horvaths etwas gemindert. Obwohl der Gro\u00dfteil der Spieler auch in der folgenden Saison beim Klub blieben, hatten die st\u00e4ndigen Kontroversen zu viel Substanz gekostet. Als Tabellenletzter stieg Simmering 1928 in die zweite Liga ab und der Ausverkauf war nicht mehr aufzuhalten. Mit einem jungen Team konnte man sich die n\u00e4chsten Jahre gerade in der zweiten Liga halten, und auch das Publikum blieb zunehmend fern. Dazu ging 1931 auch noch der legend\u00e4re Platz verloren. Erst 1935 hatte man die Schulden fast abgebaut und orientierte sich wieder nach oben. Man baute auf die Hilfe der alten Simmeringer Stars: Horvath und Danis, Dumser, Szoldatics und Cart kehrten zu ihrem Stammverein zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:paragraph --><!-- divi:heading {\"level\":3} --><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">NS-\u00c4ra und Wiederaufstieg<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:heading --><!-- divi:paragraph -->Nach genau 10 Jahren war Simmering im Jahr 1937 wieder in die oberste Liga zur\u00fcckgekehrt, doch die alternden Stars waren f\u00fcr die oberste Klasse zu schwach. Inzwischen hatte der Nationalsozialismus im neuen Gau, der 'Ostmark', anfangs mit gro\u00dfer Zustimmung in der Bev\u00f6lkerung, die Herrschaft \u00fcbernommen. Auch im Fu\u00dfballsport war vieles ver\u00e4ndert worden: Der Jugendsport war den Vereinen entzogen und der HJ unterstellt worden, der Professionalismus wurde abgeschafft, die internationalen Kontakte waren auf Spiele gegen das Altreich beschr\u00e4nkt worden. Die Vereine holten sich freiwillig hohe Partei- oder SS-Funktion\u00e4re in den Vorstand und erreichten im Gegenzug etliche Verg\u00fcnstigungen. Einige Klubs wie Vienna oder Rapid konnten darauf gro\u00dfe Vorteile schlagen und lagen dann auch in der Meisterschaft ganz vorne. Simmering erfreute sich dagegen keiner besonderen Beliebtheit beim Regime und so spielte der Klub selbst in der zweiten Liga keine gro\u00dfe Rolle. Mit Kriegsbeginn wurde es immer schwerer, noch 11 gesunde Spieler zusammenzubringen, und im August 1942 mu\u00dfte Simmering den Spielbetrieb g\u00e4nzlich einstellen. Im Sommer 1945 starteten die Simmeringer v\u00f6llig neu. 'Pepi' Argauer hatte als Sektionsleiter den Neuaufbau in die Wege geleitet, und anfangs setzte es zweistellige Niederlagen, ehe sich der Kern eines neuen Teams aus einigen alten und vielen jungen Spielern zusammenfand. Kampf war das Markenzeichen der Simmeringer Mannschaft auch nach 1945. Simmering war anfangs freilich nur ein Verein unter vielen, der durch unb\u00e4ndigen Einsatz versuchten, nach oben zu kommen. Kampfeslustig waren allerdings nicht nur die Spieler, sondern auch die Fans: Die \"Wanko-Gst\u00e4tten\" am St. Marxer Friedhof war bei den gegnerischen Aktiven und Anh\u00e4ngern, aber auch bei den Schiedsrichtern gef\u00fcrchtet, von denen nicht nur einer den Platz mit ein paar Z\u00e4hnen weniger verlie\u00df. 1949 schaffte Simmering den Einzug in die erstmals landesweit ausgespielte Staatsliga B. Im Fr\u00fchjahr wurde der Mitfavorit GAK mit 2:0 besiegt und ein heroischer Kampf bei den damals ber\u00fcchtigten Hohenauern sicherte Simmering den Titel. Ein ausgefeiltes Teamwork und ein pr\u00e4chtiger Mannschaftsgeist waren die Grundlage des Meisterschaftssieges. Vor allem aber war die Einf\u00fchrung der 'brasilianischen' Spielweise ein gro\u00dfer Gewinn. Binnen kurzem wurden Spieler wie Behounek, die Br\u00fcder Gauglica, Wimmer, Wallner, Neumer oder Wildner ein Begriff im \u00f6sterreichischen Fu\u00dfball. 150 Schilling Fixum und 300 Schilling Siegespr\u00e4mie konnten die Simmeringer bei 20.000 Schilling Monatsbudget ihren Spielern zahlen. Das war wenig im Vergleich mit anderen Staatsligaklubs, aber Simmering hatte zwei Pluspunkte: Der eine hie\u00df Josef Argauer mit seinem Gesp\u00fcr f\u00fcr Talente; der andere hie\u00df Hans Hofst\u00e4tter, der aus diesen Talenten eine Einheit formte und sie k\u00e4mpferisch und konditionell in Topform brachte. In Ausw\u00e4rtsspielen war f\u00fcr die Rot-Schwarzen oft wenig zu holen, doch daheim wurden sie von jedem Gegner gef\u00fcrchtet. Die 'Had' wurde wiederum zum Synonym f\u00fcr bedingungslosen Einsatz bis zur letzten Minute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:paragraph --><!-- divi:heading {\"level\":3} --><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\"Aus der Staatsliga nicht wegzudenken\"<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:heading --><!-- divi:paragraph -->Insgesamt 13 Jahre, von 1951 bis 1964, geh\u00f6rte Simmering ohne Unterbrechung der Staatsliga an und z\u00e4hlte somit zu den besten Fu\u00dfballklubs des Landes. Diese Serie war der gr\u00f6\u00dften Erfolg in der Klubgeschichte. Nicht nur, da\u00df man mit dem Abstieg nie etwas zu tun hatte, belegte Simmering dreimal den sechsten und 56\/57 sogar den f\u00fcnften Rang. Nat\u00fcrlich hatten die Simmeringer auch ein paar Geheimnisse, eines davon war das Pr\u00e4miensystem: Gab es f\u00fcr Siege gegen Spitzenteams nur die minimale Siegpr\u00e4mie, wurde f\u00fcr Erfolge gegen Mannschaften, die in der Tabelle hinter den Rot-Schwarzen rangierten, Extrapr\u00e4mien bezahlt. Da\u00df Heimsiege auch gegen Rapid und Austria keine Seltenheit waren, belegt eine Kritik aus dem Sportfunk des Jahres 1955: Da hie\u00df es, Simmering sei ein Riesent\u00f6ter von Format, der aus dem \u00f6sterreichischen Oberhaus einfach nicht mehr wegzudenken sei. Am Anfang und am Ende der gro\u00dfen Simmeringer Serie standen zwei besondere Spiele: Im Herbst 1952 gelang mit einem 2:0 gegen Rapid der, laut Argauer, \"gr\u00f6\u00dfte Erfolg der Nachkriegsgeschichte\". Trotz des Fehlens von Goalgetter Wallner spielten die Simmeringer auf dem gefrorenen Boden ihren prominenten Gegner schwindlig. Rapids Hintermannschaft, die damals immerhin aus Happel, Merkel und Gernhardt bestand, hatte gegen die leichtf\u00fc\u00dfigen Simmeringer keine Chance, soda\u00df diese das Spiel nach Belieben gestalteten. Und 5000 Zuschauer bejubelten in Simmering die Auferstehung einer alten Tradition. Am Schlu\u00df der Erfolgsserie, im Sommer 1960, durfte Simmering sogar im Mitropacup antreten, der in diesem Jahr als L\u00e4nderwertung ausgespielt wurde. F\u00fcr die Simmeringer fiel dabei der schwersten Gegner ab, n\u00e4mlich der ungarische Spitzenklub Ferencvaros mit seinen Stars Albert, Fenyvesi und Kocsis. Ferencvaros hatte seit 5 Jahren keine Heimniederlage mehr hinnehmen m\u00fcssen, doch Simmering gewann durch Tore von Ninaus und Neubauer mit 2:1. Und auch wenn das R\u00fcckspiel mit 1:5 verloren wurde, jubelten 12.000 Zuschauer ihrer Elf zu. Im Sommer 1961 k\u00fcndigte sich das Ende der gro\u00dfen Simmeringer \u00c4ra an: \u00dcber Jahre hinweg hatte man am Saisonende die besten Spieler verkaufen m\u00fcssen, um finanziell \u00fcber die Runden zu kommen und ein solcher Aderla\u00df war auf Dauer nicht zu verkraften. Dann verlie\u00dfen auch noch Argauer und Hofst\u00e4tter den Klub und Pr\u00e4sident Riedl, den viele den 'Treuesten unter den Treuen' nannten, mu\u00dfte aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung zur\u00fccklegen. Das waren freilich nicht die einzigen Gr\u00fcnde f\u00fcr den Abstieg der Simmeringer. Verantwortlich war vor allem die \u00d6konomisierung des Fu\u00dfballsportes und das Aufkommen der Bundesl\u00e4ndervereine. Nach dem FC Wien und dem FAC drohte mit Simmering der n\u00e4chste Wiener Klub zu verschwinden. Im Jahr 1963 schaffte man gerade noch den Klassenerhalt, doch in der folgenden Saison folgte der Abstieg in die Regionalliga. Gerade damals machte sich der legend\u00e4re Kampfgeist der Simmeringer bemerkbar - man wollte sich mit dieser Situation nicht abfinden. F\u00fcr die folgenden 10 Jahre wurden die Simmeringer zum 'Paternoster-Klub': Jedem Abstieg in die Ostliga folgte ein Wiederaufstieg, dort erwies man sich als zu schwach und es folgte wieder der Abstieg. Jede R\u00fcckkehr in die Regionalliga war mit dem Verkauf der besten Spieler verbunden: Starek und Pumm, Redl und Stachowicz, M\u00fchlhauser und Schuster - um nur die bekanntesten zu nennen - verlie\u00dfen den Klub und in der Ostliga wurde wieder eine neue Mannschaft mit jungen Talenten aufgebaut. Der Nachfolger von 'Pepi' Argauer als Mann mit dem Blick f\u00fcr die Talente war 'Wickerl' Wimmer, der in Wien und Umgebung fast jeden Spieler kannte und die besten zum Verein holte. Zwar konnte die Uhrenfirma Marvin als Sponsor gewonnen werden, doch mu\u00dfte der neue Vizepr\u00e4sident als Einstandsgeschenk neue Tornetze mitbringen, und selbst Spieler spendeten schon einmal einen Matchball bzw. eine Garnitur Hosen oder stellten sich als Nachwuchstrainer zur Verf\u00fcgung. Und so gelang das fast Unm\u00f6gliche: Den Simmeringer SC immer wieder in die oberste Liga zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:paragraph --><!-- divi:heading {\"level\":3} --><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Ein Opfer der Reform<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:heading --><!-- divi:paragraph -->Anfang der siebziger Jahre nahm Simmering einen neuen Anlauf: Nach langen Streitigkeiten um den alten Platz in der Leberstra\u00dfe hatte man mit dem ehemaligen ASK\u00d6-XI-Platz an der Simmeringer Hauptstra\u00dfe endlich Ersatz gefunden, mit dem Radiohaus Stohlhofer einen r\u00fchrigen Sponsor. In der Saison 1972\/73 hatte man nach dem Abstieg sofort die R\u00fcckkehr in die oberste Spielklasse in souver\u00e4ner Manier geschafft, am Ende hatte man 9 Punkte Vorsprung auf Tulln und 19 Siegen standen nur 2 Niederlagen gegen\u00fcber. Mit viel Zuversicht und mit Rudi Fl\u00f6gel als Regisseur ging man in die neue Meisterschaft, die mit einem 7:1 gegen Admira-Wacker, begonnen wurde. Man schien schon aller Abstiegssorgen ledig zu sein, als Ende April die Bundesliga-Reform beschlossen und ihr Beginn mit der Saison 1974\/75 festgesetzt wurde. Simmering lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 8 und h\u00e4tte selbst bei einer Reduktion auf zehn Vereine gute Chancen auf den Klassenerhalt gehabt. Die Setzung der Klubs nach regionalen Gesichtspunkten schlo\u00df Simmering aber aus der Liga aus. Simmering wurde schlie\u00dflich Elfter - und an den Folgen dieses Zwangsabstieges ging der Verein Jahre sp\u00e4ter fast zugrunde. Erst viele Jahre sp\u00e4ter erkl\u00e4rte der \u00d6FB, die benachteiligten Vereine h\u00e4tten mit einer Klage die Reform zu Fall bringen k\u00f6nnen. Und Hans Reitinger bekannte: \"Die gewaltsame Reduktion der Wiener Vereine bei der 74-er-Reform war ein Unrecht\". Durch die Versetzung in die 2. Division verlor Simmering fast alle Spieler und mit jeder Saison wuchs das Defizit, denn kein Klub konnte sich ein Budget von etwa 3 Millionen bei etwa 700.000 Schilling Einnahmen leisten. 1978 gestand man offiziell ein, da\u00df der Verein Schulden hatte. Die Gagen der Spieler wurden drastisch reduziert und Simmering konnte nur mit M\u00fche dem Abstieg entrinnen. Im Herbst 1980 wurde der Weltkonzern Bayer als Sponsor gewonnen und die Erweiterung der Bundesliga auf 16 Klubs lie\u00df in Simmering neue Hoffnung aufkommen. Gordon Igesund, Benon Szostakowski und Toni Polster brachten Simmering auf den f\u00fcnften Platz, der den Aufstieg bedeutete. Doch es war nur mehr ein Strohfeuer: Eine katastrophale Saison wurde am letzten Platz beendet. Danach war Simmering ein Scherbenhaufen: Kein Geld, kein Sponsor und keine Spieler. Zwei Jahre hielt man sich in der 2. Division, ehe man nach einem Durchmarsch durch die Ostliga in die Wiener Liga abstieg. In die Medien kam Simmering nur mehr mit Meldungen \u00fcber m\u00f6gliche Fusionen oder den bevorstehenden Konkurs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:paragraph --><!-- divi:heading {\"level\":3} --><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Konkurs und Neuanfang<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:heading --><!-- divi:paragraph -->1985 schien das Ende des I.SSC besiegelt zu sein: Kein Geld in den Kassen, Spielersstreiks und ein unzufriedenes Publikum, das den Spielen meist fernblieb. Verhandlungen mit Rapid sollten Simmering zum Satellitenklub machen, Fusionen mit Schwechat und mit Ostbahn XI standen kurz vor dem Abschlu\u00df. Im letzten Moment wurde der Weiterbestand doch noch gesichert und dank Spielertrainer Csarmann oder St\u00fcrmer Hannes Pleva geh\u00f6rte man eine Zeitlang sogar zu den Spitzenteams der Wiener Liga. Doch aufgrund der Finanzprobleme konnte man bald sogar in der Wiener Liga den Klassenerhalt erst in der letzten Runde sichern. Im Dezember 1990 griff man ein Angebot der 'Sport AG Vaduz' auf, die mit dem Kauf von Fu\u00dfballern und deren Verleihung an Vereine Gewinne machen wollte. Bald wurde dieses Gesch\u00e4ft jedoch vom \u00d6FB verboten und nicht einmal zwei Jahre sp\u00e4ter mu\u00dfte die Sport AG eingestehen, da\u00df sie sich \u00fcbernommen hatte. Jetzt war Simmering auch noch seine Spieler los und die Schulden waren weiter gewachsen. Doch abseits der Finanzprobleme wurde weiter Fu\u00dfball gespielt: 1991 gewann Simmering das Hallenturnier der Wiener Liga, 1994 den Toto-Cup, und im Nachwuchs reiften mit Cestnik und Niss, Repa und Holemar gro\u00dfe Talente heran. Routiniers wie Istvan Magyar und Pavel Strapac, Alois D\u00f6tzl und Kurt Jusits gaben der Mannschaft den n\u00f6tigen R\u00fcckhalt. Doch konnte nur ein radikaler Schnitt den Weiterbestand des Vereines sichern. Im Oktober 1994 konnte Herbert Langer als neuer Pr\u00e4sident gewonnen werden. Mithilfe von Kassier Manfred Waidhofer, einigen Steuerberatern und Simmeringer Wirtschaftstreibenden konnte ein Zwangsausgleich abgeschlossen werden. Im Herbst 1995 war Simmering erstmals wieder schuldenfrei und die Chance f\u00fcr einen Neuanfang gegeben. Langsam arbeitete sich Simmering nach oben und als sich durch eine Spielgemeinschaft mit dem FavAC die Chance ergab, in die Ostliga aufzusteigen, ergriff man die Gelegenheit. Dieser Aufstieg l\u00f6ste in Simmering eine enorme Begeisterung aus. \u00dcber 2000 Zuschauer kamen zu den ersten Ostliga-Spielen und sahen eine beherzt k\u00e4mpfende Simmeringer Elf. Die Reduktion der Zweiten Division verurteilte Simmering zwar gleich wieder zum Abstieg, aber die Begeisterung war nicht zu stoppen. Einer guten Herbstsaison folgte unter dem neuen Trainer Rudi Fl\u00f6gel und mithilfe von Andy Ogris ein furioses Fr\u00fchjahr: In 15 Spielen erreichte man 13 Siege und 2 Remis, Thomas Weigl wurde mit 27 Toren \u00fcberlegener Torsch\u00fctzenk\u00f6nig. Mit einem Schnitt von etwa 1300 Zuschauern pro Spiel herrschte ein Publikumsandrang, um den mancher Erstdivision\u00e4r die Simmeringer beneidete. In der folgenden Ostligasaison war vom Abstieg nie die Rede, daf\u00fcr machte Simmering endlich wieder einmal positive Schlagzeilen: Ein 2:1 im Cup gegen Ried lockte im folgenden Match gegen Salzburg 6000 Zuschauer auf die Had. Doch just zum hundertj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um stieg Simmering, nach einem Sieg im Weihnachtsturnier des WFV, wieder in die Stadtliga ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:paragraph --><!-- divi:heading {\"level\":3} --><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Simmeringer im Nationaldre\u00df<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/divi:heading --><!-- divi:paragraph -->Schon vor dem ersten Weltkrieg stellte Simmering etliche Teamspieler: Der erste war der 'Centrehalf' Emil Reichl, der 1910 in die Auswahl berufen wurde. Ihm folgten Jakob Swatosch (I), Johann Ehrlich oder Ferdinand K\u00fcrner. Doch der erste ber\u00fchmte Simmeringer war Ferdinand Swatosch (II), ein torgef\u00e4hrlicher und technisch brillianter Mittelst\u00fcrmer, dem zum absoluten Star nur der letzte Einsatzwille fehlte. Dennoch rissen sich die gro\u00dfen Klubs um ihn und er spielte im Krieg f\u00fcr Rapid, sp\u00e4ter f\u00fcr die Amateure, ehe er einer der ersten Legion\u00e4re in Deutschland wurde. In den zwanziger Jahren folgte dann die gr\u00f6\u00dfte Zeit der Simmeringer: innerhalb von nur drei Jahren kamen gleich zehn Schwarz-Rote zu Teamehren und mitunter bestand die Auswahl fast zur H\u00e4lfte aus Simmeringern. Im Tor stand mit Rudi Aigner einer der mutigsten 'Goalkeeper', die \u00d6sterreich je besa\u00df. Als er sich verletzte, folgte ihm mit Karl Cart neuerlich ein Simmeringer. In der Verteidigung spielte Karl Szoldatics, im Mittelfeld kamen Karl Kurz, Franz Musil und Franz Dumser zum Einsatz, als Au\u00dfenst\u00fcrmer Rudi Viertel und Leopold Danis. Und als Mittelst\u00fcrmer brillierte Hansi Horvath, der in 46 Spielen immerhin 28 Tore f\u00fcr \u00d6sterreich erzielte und gemeinsam mit Anton Schall und Erich Hof Dritter in der ewigen Sch\u00fctzenliste ist. Vergessen werden darf nat\u00fcrlich nicht auf den Simmeringer Beitrag zum Wunderteam: Auch wenn Karl Sesta damals schon f\u00fcr den WAC spielte, war und blieb er dennoch ein echtes Simmeringer Kind. Auch in den sechziger Jahren war Simmering wieder 'Lieferant' f\u00fcr Teamspieler, man denke nur an Peter Pumm und Helmut Redl, an die Torleute Helmut Maurer und Herbert Stachowicz, an Erich Strobl und an Gustl Starek, der jahrelang sein Talent in Simmering bewies. In letzter Zeit ist die Verbindung zwischen Simmering und dem Nationalteam nat\u00fcrlich gesunken. Dennoch konnte man auf der Had manche gro\u00dfe Spieler bewundern, die dort ihre Karriere ausklingen lie\u00dfen und dabei tolle Spiele lieferten: Neben Andi Ogris gilt das auch f\u00fcr Heini Strasser und nat\u00fcrlich Rudi Fl\u00f6gel, der in Simmering seine aktive Karriere beendete und seine Trainerlaufbahn begann. Und vor allem darf man nicht vergessen, da\u00df Simmering f\u00fcr zwei Spieler das Sprungbrett zur gro\u00dfen internationalen Laufbahn war: f\u00fcr Toni Polster, der - leider nur f\u00fcr ein halbes Jahr - in Simmering seinen Torriecher unter Beweis stellte, und f\u00fcr Christian Prosenik. Doch f\u00fcr Nachwuchs scheint gesorgt: Im Jahr 2000 wurden die Simmeringer Nachwuchsmeister der B-Liga und in der abgelaufenen Saison erreichte die U-23 den Meistertitel in der Regionalliga.<\/p>\n<p><!-- \/divi:paragraph --><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":22367,"menu_order":6,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-22985","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rutti.at\/web\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22985","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rutti.at\/web\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/rutti.at\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rutti.at\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rutti.at\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22985"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/rutti.at\/web\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22985\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rutti.at\/web\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22367"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rutti.at\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22985"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}